Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) ist eine moderne Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie und wird der sogenannten „dritten Welle“ zugeordnet. Im Mittelpunkt steht die Förderung psychischer Flexibilität – also die Fähigkeit, auch mit belastenden Gedanken und Gefühlen bewusst und werteorientiert zu handeln. Dies geschieht über sechs Kernprozesse: Achtsamkeit, Akzeptanz, kognitive Defusion, Selbst-als-Kontext, Werteklärung und engagiertes Handeln.
Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) wird transdiagnostisch eingesetzt und hat sich bei einer Vielzahl psychischer sowie somatischer Störungen als wirksam erwiesen. Ihre Wirksamkeit wurde unter anderem bei Angststörungen, Depressionen, chronischen Schmerzen, Suchterkrankungen, Essstörungen, Schulvermeidung, Traumafolgestörungen sowie stressbedingten Belastungen (z. B. Burnout) untersucht. ACT gilt als gut evidenzbasiert, was durch aktuelle Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen bestätigt wird (u. a. Burian et al., 2021; Greco et al., 2011; Harris, 2023; Samaan et al., 2021).
Darüber hinaus findet ACT zunehmend auch außerhalb des klinischen Kontextes Anwendung. Im Coaching unterstützt sie Menschen dabei, trotz innerer Widerstände ihre persönlichen und beruflichen Werte zu verfolgen, die eigene Resilienz zu stärken und in komplexen Situationen handlungsfähig zu bleiben. In der Supervision werden ACT-Methoden genutzt, um Reflexionsfähigkeit, Achtsamkeit und Akzeptanz zu fördern sowie die Arbeit an eigenen Werten und Rollenbewusstsein in professionellen Kontexten zu vertiefen.
Die traumafokussierte Akzeptanz- und Commitmenttherapie (TF-ACT; Harris, 2024; Rowe-Johnson et al., 2025) bietet einen besonders sanften und flexiblen Ansatz im Umgang mit traumatischen Erfahrungen. Im Mittelpunkt steht nicht die vollständige Symptomfreiheit, sondern die Fähigkeit, mit belastenden inneren Zuständen umzugehen und ein sinnvolles Leben zu führen. ACT arbeitet nicht zwingend konfrontativ, was insbesondere bei komplexen oder frühkindlichen Traumata entlastend wirken kann. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit (z. B. mit inneren Anteilen, Time-Line) kann erfolgen, wenn sie notwendig und möglich ist. Darüber hinaus vermittelt ACT praxisnahe Werkzeuge zur Stärkung der Selbstregulation und psychischen Flexibilität – beides essenziell für den Umgang mit den Folgen von Trauma.
Literatur zum Thema:
Ausführliche Informationen auch unter https://dgkv.info/act-co/akzeptanz-und-commitment-therapie-act/
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