Der bedürfnisorientierte Ansatz bzw. die bedürfnisorientierte Therapie (BoT) ist ein neues, erfahrungsorientiertes und wissenschaftlich fundiertes pädagogisches Konzept, das von Dr. Alexander Prölß für den Umgang mit traumatisierten und/oder verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen entwickelt wurde. Es verbindet moderne neuropsychologische Erkenntnisse mit lösungsorientierten und psychodynamischen Methoden und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Förderung psychischer Gesundheit.
Grundlage der BoT
Die theoretische Basis der BoT liegt in der Neuropsychologie. Sie geht davon aus, dass jeder Mensch vier grundlegende psychische Bedürfnisse besitzt, wie sie beispielsweise Grawe (2004) beschrieben hat:
Das Grundbedürfnis nach Bindung: Menschen streben nach emotionaler Nähe, Zugehörigkeit und sicheren Beziehungen.
Das Grundbedürfnis nach Selbstschutz und Selbstwerterhöhung: Dazu gehört das Bedürfnis nach Sicherheit, Unversehrtheit sowie einem stabilen und positiven Selbstwertgefühl.
Das Grundbedürfnis nach Kontrolle und Orientierung: Dieses Bedürfnis umfasst das Streben nach Vorhersehbarkeit, nach dem Verstehen der Umwelt und dem Gefühl, Einfluss nehmen zu können.
Das Grundbedürfnis nach Lustgewinn und Unlustvermeidung: Menschen versuchen, angenehme Erfahrungen zu machen und unangenehme oder schmerzhafte Erlebnisse zu vermeiden.
Diese vier Bedürfnisse sind universell und bei allen Menschen in gleicher Weise vorhanden. Eine anhaltende Frustration oder Nichtbefriedigung dieser Bedürfnisse kann zu einer Beeinträchtigung des psychischen Wohlbefindens und langfristig zu psychischen Erkrankungen führen. Die BoT setzt genau an diesem Punkt an: Sie hilft Klientinnen und Klienten dabei, ihre unbefriedigten Bedürfnisse zu erkennen, zu verstehen und Wege zu ihrer gesunden Erfüllung zu finden.
Die Grundprinzipien der psychischen Grundbedürfnisse nach Grawe:
Zahlreiche empirische Arbeiten zeigen, dass chronisch unbefriedigte Grundbedürfnisse mit psychischen Erkrankungen im Zusammenhangstehen (siehe hierzu Borg-Laufs & Dittrich, 2010; Brisch, 2018; Friesenhahn, 2017; Fries & Grawe, 2006; Grawe, 2004; Pyrlik, 2025; Renner, Jenull & Strasser, 2014).
Im pädagogischen Setting wird gezielt an den Grundbedürfnissen des Klienten gearbeitet. So bildet beispielsweise der Aufbau einer tragfähigen, emotional belastbaren Psychologen-Klienten-Beziehung oder Lehrkraft-Schüler-Beziehung das Fundament der Arbeit und erfüllt das Bedürfnis nach Bindung.
Anschließend werden selbstwertsteigernde und selbstwertstabilisierende Methoden eingesetzt, um das Bedürfnis nach Selbstschutz und Selbstwerterhöhung zu befriedigen. Darüber hinaus wird mithilfe lösungsorientierter Ansätze nach Wegen gesucht, das Bedürfnis nach Kontrolle und Orientierung zu erfüllen. Das therapeutische (oder pädagogische) Setting sollte stets so gestaltet sein, dass auch das Bedürfnis nach Lustgewinn und Unlustvermeidung (≈ Wohlfühlen) berücksichtigt und befriedigt wird, da dies das allgemeine Wohlbefinden des Klienten unterstützt.
Zahlreiche empirische Arbeiten zeigen, dass chronisch unbefriedigte Grundbedürfnisse mit psychischen Erkrankungen im Zusammenhangstehen (siehe hierzu Borg-Laufs & Dittrich, 2010; Brisch, 2018; Friesenhahn, 2017; Fries & Grawe, 2006; Grawe, 2004; Pyrlik, 2025; Renner, Jenull & Strasser, 2014).
Die psychodynamische Psychotherapie ist eine tiefenpsychologisch fundierte Behandlungsmethode, die darauf abzielt, unbewusste Konflikte und Muster zu erkennen, die unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen. Sie geht davon aus, dass viele unserer aktuellen Probleme und Symptome aus unverarbeiteten Erfahrungen oder ungelösten inneren Konflikten stammen, oft mit Wurzeln in der Kindheit.
Ziel der Therapie ist es, diese verborgenen Zusammenhänge ans Licht zu bringen, sie zu verstehen und dadurch langfristige Veränderungen im Erleben und Verhalten zu ermöglichen.
Die Grundprinzipien der psychodynamischen Psychotherapie:
Die psychodynamische Therapie bietet Raum, um schwierige Emotionen und wiederkehrende Beziehungsmuster zu erforschen und so innere Freiheit sowie Selbstakzeptanz zu fördern. Sie wird sowohl bei akuten psychischen Belastungen (z. B. in Lebenskrisen) als auch bei klassischen Störungsbildern wie frühkindlichen Traumatisierungen (einschließlich PTBS), belastenden Eltern-Kind-Beziehungen, Angststörungen, psychosomatischen Beschwerden, Essstörungen und Persönlichkeitsstörungen eingesetzt.
Motto der psychodynamischen Therapie: "Verstehen, was in der Tiefe wirkt – und bewusst neue Wege gestalten."
Zusatzqualifikation:
Zusätzliche Fort- & Weiterbildungen (Auszug):
Zusätzliche Fort- & Weiterbildungen aus dem Bereich Traumatherapie und -pädagogik (Auszug):
Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) ist eine moderne Form der Verhaltenstherapie, die darauf abzielt, Menschen zu helfen, ein erfülltes und sinnvolles Leben zu führen – selbst inmitten
schwieriger Gedanken, Gefühle und Erfahrungen.
ACT findet nicht nur in der Psychotherapie Anwendung, sondern kann auch im Coaching, Supervision und in der Beratung wirkungsvoll eingesetzt
werden.
ACT basiert auf der Idee, dass es nicht immer möglich oder notwendig ist, negative Gedanken oder Gefühle zu kontrollieren oder zu vermeiden. Stattdessen fördert ACT die Akzeptanz dessen, was nicht verändert werden kann, und das aktive Engagement für persönliche Werte.
Die Methode kombiniert Achtsamkeitstechniken, Akzeptanzstrategien und Verhaltensänderungen, um innere Blockaden zu lösen und flexibler mit Herausforderungen umzugehen. Sie basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und wird bei einer Vielzahl psychischer und emotionaler Probleme eingesetzt, darunter Angststörungen, Depressionen, Zwangsstörungen, Suchterkrankungen, Essstörungen sowie Burnout.
Die Kernprinzipien von ACT:
ACT hilft, psychische Flexibilität zu entwickeln – die Fähigkeit, auch in schwierigen Momenten handlungsfähig zu bleiben und ein Leben nach den eigenen Werten zu gestalten.
Motto von ACT: "Handle bewusst und wertebasiert – nicht von Ängsten oder Zweifeln geleitet."
Zusatzqualifikation:
Zusätzliche Fort- & Weiterbildungen:
Die Kraft der Kombination: Psychodynamische Therapie & Akzeptanz- und Commitment-Therapie
Aus meiner Erfahrung zeigt sich, dass die Kombination aus Psychodynamischer Therapie und Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) besonders wirkungsvoll sein kann. Diese beiden Ansätze ergänzen sich ideal, indem sie sowohl tief verwurzelte Muster beleuchten als auch konkrete Strategien für ein erfüllteres Leben bieten.
Die Psychodynamische Therapie hilft dabei, unbewusste Konflikte und prägende Beziehungserfahrungen zu verstehen. Sie geht der Frage nach: „Warum fühle und handle ich so?“ – und ermöglicht ein tiefes emotionales Verstehen.
Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) ergänzt diese Einsichten durch einen handlungsorientierten Ansatz: „Wie kann ich trotz meiner Erfahrungen ein wertvolles Leben führen?“ Mit Techniken zur Akzeptanz, Achtsamkeit und wertebasiertem Handeln unterstützt ACT dabei, innere Blockaden zu überwinden und sich aktiv für das eigene Wohlbefinden einzusetzen.
Durch diese Kombination entsteht ein Therapieansatz, der sowohl in die Tiefe geht als auch praktische Wege zur Veränderung bietet – für nachhaltige psychische Gesundheit und persönliches Wachstum.
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