Psychodynamische Psychotherapie

Der bedürfnisorientierte Ansatz bzw. die bedürfnisorientierte Therapie (BoT) ist ein neues, erfahrungsorientiertes und wissenschaftlich fundiertes pädagogisches Konzept, das von Dr. Alexander Prölß für den Umgang mit traumatisierten und/oder verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen entwickelt wurde. Es verbindet moderne neuropsychologische Erkenntnisse mit lösungsorientierten und psychodynamischen Methoden und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Förderung psychischer Gesundheit.

 

Grundlage der BoT

Die theoretische Basis der BoT liegt in der Neuropsychologie. Sie geht davon aus, dass jeder Mensch vier grundlegende psychische Bedürfnisse besitzt, wie sie beispielsweise Grawe (2004) beschrieben hat:

  1. Das Grundbedürfnis nach Bindung: Menschen streben nach emotionaler Nähe, Zugehörigkeit und sicheren Beziehungen.

  2. Das Grundbedürfnis nach Selbstschutz und Selbstwerterhöhung: Dazu gehört das Bedürfnis nach Sicherheit, Unversehrtheit sowie einem stabilen und positiven Selbstwertgefühl.

  3. Das Grundbedürfnis nach Kontrolle und Orientierung: Dieses Bedürfnis umfasst das Streben nach Vorhersehbarkeit, nach dem Verstehen der Umwelt und dem Gefühl, Einfluss nehmen zu können.

  4. Das Grundbedürfnis nach Lustgewinn und Unlustvermeidung: Menschen versuchen, angenehme Erfahrungen zu machen und unangenehme oder schmerzhafte Erlebnisse zu vermeiden.

Diese vier Bedürfnisse sind universell und bei allen Menschen in gleicher Weise vorhanden. Eine anhaltende Frustration oder Nichtbefriedigung dieser Bedürfnisse kann zu einer Beeinträchtigung des psychischen Wohlbefindens und langfristig zu psychischen Erkrankungen führen. Die BoT setzt genau an diesem Punkt an: Sie hilft Klientinnen und Klienten dabei, ihre unbefriedigten Bedürfnisse zu erkennen, zu verstehen und Wege zu ihrer gesunden Erfüllung zu finden.

 

Die Grundprinzipien der psychischen Grundbedürfnisse nach Grawe:

  • Sicherheit und Bindung fördern: Der Mensch strebt nach emotionaler Nähe, Schutz und Verlässlichkeit. Eine tragfähige pädagogische Beziehung schafft Vertrauen und ermöglicht Heilung durch Bindungserfahrungen.
  • Selbstwert erleben und stärken: Jeder Mensch hat das Bedürfnis, sich als wertvoll und anerkannt zu erleben. Die BoT hilft, abwertende Selbstbilder zu erkennen, Ressourcen zu aktivieren und den eigenen Selbstwert zu festigen.
  • Orientierung und Kontrolle zurückgewinnen: Menschen brauchen das Gefühl, ihr Leben zu verstehen und gestalten zu können. In der BoT wird gemeinsam daran gearbeitet, Handlungsspielräume zu erweitern und ein Gefühl von Kontrolle zurückzuerlangen.
  • Lustgewinn und Unlustvermeidung balancieren: Psychisches Wohlbefinden entsteht, wenn Bedürfnisse nach Freude, Genuss und Entlastung berücksichtigt werden. Durch die BoT wird der Klient unterstützt, gesunde Wege zur Bedürfnisbefriedigung zu finden.
  • Kohärenz schaffen: Wenn Erleben, Denken und Handeln sinnvoll zusammenpassen, entsteht innere Stimmigkeit. Die BoT zielt darauf ab, widersprüchliche Erfahrungen zu integrieren und ein stimmiges Selbstbild zu entwickeln.

 

Zahlreiche empirische Arbeiten zeigen, dass chronisch unbefriedigte Grundbedürfnisse mit psychischen Erkrankungen im Zusammenhangstehen (siehe hierzu Borg-Laufs & Dittrich, 2010; Brisch, 2018; Friesenhahn, 2017; Fries & Grawe, 2006; Grawe, 2004; Pyrlik, 2025; Renner, Jenull & Strasser, 2014).  

Anwendung

Im pädagogischen Setting wird gezielt an den Grundbedürfnissen des Klienten gearbeitet. So bildet beispielsweise der Aufbau einer tragfähigen, emotional belastbaren Psychologen-Klienten-Beziehung oder Lehrkraft-Schüler-Beziehung das Fundament der Arbeit und erfüllt das Bedürfnis nach Bindung.

Anschließend werden selbstwertsteigernde und selbstwertstabilisierende Methoden eingesetzt, um das Bedürfnis nach Selbstschutz und Selbstwerterhöhung zu befriedigen. Darüber hinaus wird mithilfe lösungsorientierter Ansätze nach Wegen gesucht, das Bedürfnis nach Kontrolle und Orientierung zu erfüllen. Das therapeutische (oder pädagogische) Setting sollte stets so gestaltet sein, dass auch das Bedürfnis nach Lustgewinn und Unlustvermeidung (≈ Wohlfühlen) berücksichtigt und befriedigt wird, da dies das allgemeine Wohlbefinden des Klienten unterstützt.

 

 

Zahlreiche empirische Arbeiten zeigen, dass chronisch unbefriedigte Grundbedürfnisse mit psychischen Erkrankungen im Zusammenhangstehen (siehe hierzu Borg-Laufs & Dittrich, 2010; Brisch, 2018; Friesenhahn, 2017; Fries & Grawe, 2006; Grawe, 2004; Pyrlik, 2025; Renner, Jenull & Strasser, 2014).  

Die psychodynamische Psychotherapie ist eine tiefenpsychologisch fundierte Behandlungsmethode, die darauf abzielt, unbewusste Konflikte und Muster zu erkennen, die unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen. Sie geht davon aus, dass viele unserer aktuellen Probleme und Symptome aus unverarbeiteten Erfahrungen oder ungelösten inneren Konflikten stammen, oft mit Wurzeln in der Kindheit.

 

Ziel der Therapie ist es, diese verborgenen Zusammenhänge ans Licht zu bringen, sie zu verstehen und dadurch langfristige Veränderungen im Erleben und Verhalten zu ermöglichen.

 

Die Grundprinzipien der psychodynamischen Psychotherapie:

  1. Unbewusste Prozesse verstehen: Viele innere Konflikte sind uns nicht bewusst, beeinflussen aber unser Handeln und unsere Beziehungen.
  2. Vergangenheit und Gegenwart verbinden: Frühere Erfahrungen – besonders in der Kindheit – prägen, wie wir uns selbst und andere wahrnehmen. Diese Muster werden in der Therapie aufgedeckt.
  3. Übertragung und Gegenübertragung: Die Beziehung zwischen Klienten und Therapeuten wird als Spiegel für frühere Beziehungserfahrungen genutzt, um alte Muster zu erkennen und zu verändern.
  4. Emotionale Einsicht: Durch das Verstehen und Erleben der eigenen Gefühle werden innere Konflikte bearbeitet und gelöst.
  5. Nachhaltige Veränderung: Ziel ist es, neue Wege des Denkens, Fühlens und Handelns zu entwickeln, die zu einem erfüllteren Leben führen.

Die psychodynamische Therapie bietet Raum, um schwierige Emotionen und wiederkehrende Beziehungsmuster zu erforschen und so innere Freiheit sowie Selbstakzeptanz zu fördern. Sie wird sowohl bei akuten psychischen Belastungen (z. B. in Lebenskrisen) als auch bei klassischen Störungsbildern wie frühkindlichen Traumatisierungen (einschließlich PTBS), belastenden Eltern-Kind-Beziehungen, Angststörungen, psychosomatischen Beschwerden, Essstörungen und Persönlichkeitsstörungen eingesetzt.

 

Motto der psychodynamischen Therapie: "Verstehen, was in der Tiefe wirkt – und bewusst neue Wege gestalten."

 

Zusatzqualifikation: 

  • Hypnose in der Heilkunde und Psychotherapie (Medizinische Hypnose; TMI) 
  • Traumatherapie und Traumapädagogik (Universitätsklinikum Ulm) 
  • Notfallpsychologie und Krisenintervention (BDP)                        

Zusätzliche Fort- & Weiterbildungen (Auszug):

  • Immer wieder eine Herausforderung in der Therapie: Schwierige Übertragungen und Gegenübertragungen
  • Traum und Psychodynamik - Vom klinischen zum wissenschaftlichen Zugang
  • Träume und Wachleben - Umgang mit Träumen und Albträumen in der Therapie 
  • Gruppenanalytische Psychotherapie im Spiegel der Maltherapie
  • Psychodynamik des Körperbildes
  • Eifersucht und Neid - Psychodynamische Überlegungen und Aspekte 
  • Hypnose bei Depressionen und Burnout
  • Hypnose bei Ängsten, Zwängen und Essstörungen
  • Schmerztherapie mit Hypnose
  • Transgender in der Psychotherapie
  • "50 Shades of ..." - Spielarten der Sexualität und Geschlechtsidentität

Zusätzliche Fort- & Weiterbildungen aus dem Bereich Traumatherapie und -pädagogik (Auszug):

  • Ego-State-Therapie bei Traumafolgestörungen
  • Kreativität als Ressource in der Ego-State-Therapie
  • Die Spuren der Gewalt – Sexuelle Traumafolgen
  • Behandlung von Gewaltintrojekten infolge zwischenmenschlicher Gewalterfahrung
  • Die Anwendung von EMDR bei Traumata
  • Scham und Schuld bei dissoziativen Psychotraumastörungen
  • Suizidale Krisen und Suizid
  • Hypnosystemische Trauerbegleitung
  • Die Arbeit mit dem Inneren Kind 
  • Die Integration des Körpers: körperorientierte Interventionen in Therapieprozessen

Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT)

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) ist eine moderne Form der Verhaltenstherapie, die darauf abzielt, Menschen zu helfen, ein erfülltes und sinnvolles Leben zu führen – selbst inmitten schwieriger Gedanken, Gefühle und Erfahrungen.
ACT findet nicht nur in der Psychotherapie Anwendung, sondern kann auch im Coaching, Supervision und in der Beratung wirkungsvoll eingesetzt werden.

 

ACT basiert auf der Idee, dass es nicht immer möglich oder notwendig ist, negative Gedanken oder Gefühle zu kontrollieren oder zu vermeiden. Stattdessen fördert ACT die Akzeptanz dessen, was nicht verändert werden kann, und das aktive Engagement für persönliche Werte.

 

Die Methode kombiniert Achtsamkeitstechniken, Akzeptanzstrategien und Verhaltensänderungen, um innere Blockaden zu lösen und flexibler mit Herausforderungen umzugehen. Sie basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und wird bei einer Vielzahl psychischer und emotionaler Probleme eingesetzt, darunter Angststörungen, Depressionen, Zwangsstörungen, Suchterkrankungen, Essstörungen sowie Burnout.

 

Die Kernprinzipien von ACT:

  1. Akzeptanz: Annehmen, was nicht verändert werden kann, statt dagegen anzukämpfen.
  2. Kognitive Defusion: Abstand zu belastenden Gedanken gewinnen und sie weniger wörtlich nehmen.
  3. Achtsamkeit: Im Hier und Jetzt präsent sein, ohne zu urteilen.
  4. Selbst als Kontext: Sich nicht vollständig mit seinen Gedanken und Gefühlen identifizieren.
  5. Werte: Klären, was im Leben wirklich wichtig ist.
  6. Engagiertes Handeln: Schrittweise Veränderungen, die mit den eigenen Werten übereinstimmen.

ACT hilft, psychische Flexibilität zu entwickeln – die Fähigkeit, auch in schwierigen Momenten handlungsfähig zu bleiben und ein Leben nach den eigenen Werten zu gestalten.

 

Motto von ACT: "Handle bewusst und wertebasiert – nicht von Ängsten oder Zweifeln geleitet."

 

Zusatzqualifikation: 

  • Systemische Therapie und Beratung 
  • Positive Psychotherapie - Techniken für Psychotherapie, Beratung, Supervision und Coaching
  • Multiplikator AGIL "Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf" (ALP; Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung)

Zusätzliche Fort- & Weiterbildungen: 

  • Methoden der Körperpsychotherapie (Embodiment in der Psychotherapie, Breathwork & Pranayama)
  • Einsamkeit in der modernen Welt - Trends und Möglichkeiten 
  • Depressives Grübeln: Ätiologie und Behandlung 
  • Essstörungen - Neue Therapiekonzepte und Forschungsergebnisse
  • Perfektionismus - Stärken nutzen, mit Risiken umgehen
  • Ganz viel Wert - Selbstwerttherapie
  • Optimismus und Selbstwirksamkeit in der Psychotherapie 
  • Psychologische Resilienz - Grundlagen, Mechanismen und Perspektiven 
  • Ist Burnout weiblich?

Die Kraft der Kombination: Psychodynamische Therapie &                                    Akzeptanz- und Commitment-Therapie

 

Aus meiner Erfahrung zeigt sich, dass die Kombination aus Psychodynamischer Therapie und Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) besonders wirkungsvoll sein kann. Diese beiden Ansätze ergänzen sich ideal, indem sie sowohl tief verwurzelte Muster beleuchten als auch konkrete Strategien für ein erfüllteres Leben bieten.

 

Die Psychodynamische Therapie hilft dabei, unbewusste Konflikte und prägende Beziehungserfahrungen zu verstehen. Sie geht der Frage nach: „Warum fühle und handle ich so?“ – und ermöglicht ein tiefes emotionales Verstehen.

 

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) ergänzt diese Einsichten durch einen handlungsorientierten Ansatz: „Wie kann ich trotz meiner Erfahrungen ein wertvolles Leben führen?“ Mit Techniken zur Akzeptanz, Achtsamkeit und wertebasiertem Handeln unterstützt ACT dabei, innere Blockaden zu überwinden und sich aktiv für das eigene Wohlbefinden einzusetzen.

 

Durch diese Kombination entsteht ein Therapieansatz, der sowohl in die Tiefe geht als auch praktische Wege zur Veränderung bietet – für nachhaltige psychische Gesundheit und persönliches Wachstum.